8.6.21 Floyd und die Folgen

210603 SZ Lei Floyd

Bürgerkrieg in den USA

von Hermann Lei, Kantonsrat, Frauenfeld

Der Tod eines Schwarzen in den USA führte zu gewalttätigen Ausschreitungen weltweit. Doch was ist eigentlich passiert und was sind die wirklichen Folgen?

Der hünenhafte Floyd ist polizeibekannt: unter anderem wegen Drogendelikten, Diebstahl, Hausfriedensbruch, Weigerung der Identifizierung gegenüber einem Polizeibeamten sowie Raub mit einer tödlichen Waffe sass er mehrere Jahre im Gefängnis. Am 25. Mai 2020 abends kauft der Schwarze im Muskelshirt in Minneapolis eine Schachtel Zigaretten. Wegen Verdachts auf Falschgeld rufen Mitarbeiter des Shops die Polizei. Auf sie wirkt Floyd «schrecklich betrunken» und «ausser Kontrolle».

Unter dem Einfluss von Crystal Meth
Tatsächlich hat Floyd diverse Drogen intus, unter anderem Crystal Meth, eine Droge, die erregt und aggressiv macht. Als einer der herbeigerufenen Polizisten Floyd kontrollieren will legt der seine Hände entgegen der Vorschrift nicht aufs Steuer sondern wird laut, öffnet die Türe und fuchtelt herum. Es kommt zu einer Rangelei. Floyd verhält sich merkwürdig, einmal weinerlich, dann wieder aggressiv.

Abbildung 1 George Floyd wird festgenommen

«I can’t breathe»
Als er ins Polizeiauto gesetzt werden soll, wehrt sich Floyd nach Leibeskräften und schreit. Er ruft immer wieder, er könne nicht atmen („I can’t breathe“), obwohl seine Atmung zu dem Zeitpunkt nicht eingeschränkt ist. Dann eskaliert die Situation vollends. Als die Polizisten versuchen, Floyd auf der Strasse zu fixieren, schlägt dieser aus, wehrt sich nach Kräften und schreit weiterhin, er könne nicht atmen. Erst als die drei oder vier Polizisten auf den riesigen Floyd knien und er sich kaum mehr bewegen kann scheint er sich langsam zu beruhigen. Die unter Adrenalin stehenden Polizisten bemerken aber nicht, dass Floyd sich nicht beruhigt hat, sondern nicht mehr atmet, weil ein Polizist sein Knie auf den Nacken des Hünen drückt. Floyd stirbt.

Aufruf zum Polizistenmord
Der Tod des ehemaligen Verbrechers löst wochenlange bürgerkriegsähnliche Zustände in den USA aus. Der hauptverantwortliche Polizist hat Glück, dass er nicht am nächsten Baum aufgeknüpft wird und es ist klar, dass er keinen fairen Prozess erhalten wird. Die Geschworenen werden nämlich nicht – wie üblich – von der Aussenwelt abgeschottet und in den sozialen Medien wird dazu aufgerufen, zum Prozessgebäude Waffen mitzubringen. Auf den Strassen wird auf Demos der «Black-Lives-Matter»-Bewegung in Sprechhören dazu aufgerufen, weisse Polizisten zu töten. Keiner der Geschworenen wird es wagen, Floyd nicht zu verurteilen, auch wenn keineswegs klar ist, ob der Polizist wirklich einen Fehler gemacht hat. Und so wird der Polizist in Windeseile in allen Anklagepunkten der Tötung des Schwarzen für schuldig befunden. Er wird den Rest seines Lebens wohl im Gefängnis verbringen.

Polizeiarbeit künftig erschwert
Das Urteil wird – einmal mehr – in den USA aber auch hierzulande die Polizeiarbeit erschweren. Die Ordnungshüter werden sich im Umgang mit Minderheiten zurückhalten und einen Verbrecher lieber laufen lassen, als lebenslang ins Gefängnis zu wandern.
Hermann Lei