29.4.2020 Sex und Fränzi

von Hermann Lei, Kantonsrat, Frauenfeld

 200429 SZ Sex und Fränzi

Schwul sein ist erstrebenswert, Zwangsheiraten sind ok. So werden unsere Kinder «aufgeklärt». Ein Streifzug durch die parastaatliche Kinder-Aufklärung.

 

Kennen Sie Fritz und Fränzi? Ich meine nicht Onkel Fritz und Tante Fränzi, die Verwandten aus einem Zeitalter, wo die Kinder nicht Burim und Kevin hiessen. Ich meine damit das «Schweizer ElternMagazin Ftitz+Fränzi». Das Heft wird in hunderttausenden Exemplaren in den Schulen der Schweiz verteilt. Meine Kinder bringen es jeweils aus der Musikschule heim und schmökern darin, manchmal.

 

«Sex mit anderen Partnern hat meine Ehe gerettet»

Zum Beispiel im heissen Sommer 2019. Da liest mein 10-Jähriger in einem Bericht unter dem Titel  «Der Sex mit anderen Partnern hat unsere Ehe gerettet» folgendes: «Stefanie teilt ihr Leben mit mehreren Männern. Sie und ihr Mann Jacek kennen sich seit 14 Jahren. Vor sechs Jahren haben sie beschlossen, ihre Erotik mit jeweils anderen Partnern auszuleben (…). Beide treffen sich mit festen oder wechselnden Partnern für Sex und Erotik.» Kein Problem findet  Andreas Steinle, Geschäftsführer des deutschen Zukunftsinstitutes in Frankfurt: «Liebespraktiken, die lange als Sittenverfall stigmatisiert wurden, rücken von den Rändern der Gesellschaft in den Mainstream», sagt er dazu im Heft. Der Beitrag führte nicht nur zu Begeisterung.

 

Aufklärung bereits im Kleinkindalter

Die Stiftung Zukunft CH monierte: «Kinder wollen keine Eltern, die mit anderen Personen Sex haben. Treue ist ein fundamentaler Wert und (…) es darf die Frage gestellt werden, ob dies im schulischen Kontext zulässig ist.» Aufklärung ist auch Schwerpunkt im Magazin vom Februar 2020, das meine Kinder heimbringen. Es «sollte Aufklärung bereits im Kleinkindalter anfangen», lesen wir hier. «Wenn eine 3-jährige ganz selbstverständlich von ihrer Scheide spricht», so sei das gut, denn «Kinder interessieren sich schon früh für Beziehung und Sexualität», wird eine Sozialarbeiterin einer linksgrünen Stiftung, welche grossmehrheitlich durch die öffentliche Hand finanziert wird, zitiert. «Schon Kleinkinder stimulieren sich selbst» rapportiert sie begeistert.

 

Leuthards Liebesdienste

Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi ist gemäss Eigenwerbung das meist gelesene Elternmagazin der Schweiz. Es wird seit 2001 von der gemeinnützigen Stiftung Elternsein herausgegeben und erscheint zehn Mal im Jahr. Die Stiftung wirbt prominent mit Doris Leuthard. Die Ex-Bundesrätin ist offenbar von der Herausgeberin Ellen Ringier (das ist die vom Blick) begeistert: Frau Ringier thematisiere «faktenorientiert und ohne Tabus. Dafür verdient Sie meine Anerkennung und meinen aufrichtigen Dank.», meint Leuthard. Leuthards Liebesdienste lohnten sich für sie: Ringier dankte es, indem der Konzern Leuthard zur «Sonnenkönigin» (Blick) kürte  oder sie kurz «Die Beste» (Schweizer Illustrierte) nannte. Eine Hand wäscht die andere.

 

Aufklärung im Klassenzimmer

Zurück zur Aufklärung unserer Kinder: Im Zuge des Lehrplans 21 werde die Aufklärung im Klassenzimmer breit diskutiert, lese ich in Fritz+Fränzi. «Eine zu frühe Sexualisierung gibt es nicht», findet die Sozialarbeiterin der linksgrünen Stiftung. Ein eher feminisiertes Männerbild propagiert ein anderer Aufklärer: Unsicherheit gehöre zur Männlichkeit. Prominent platziert: Ein Bild, das zwei Schwule beim Liebesspiel zeigt.

Wobei dann bei aller Offenheit, die propagiert wird, die Verantwortlichen genau darauf achten, den Rahmen, der ihnen die Political Correctness lässt, nicht zu sprengen: Wenn der Sexualkundelehrerin ein Mädchen erzählt, «sie werde ihren Mann dereinst nicht aussuchen dürfen, kritisiert sie das als Lehrerin nicht.»

Kurz zusammengefasst heisst also das Lernziel für die Jugendlichen: Normal zu sein ist komisch, Zwangsheiraten sind ok. So also werden unsere Kinder aufgeklärt.

 

Hermann Lei