26.6.24 Hetze und Heuchelei
Der mediale Doppelmoralismus
von Hermann Lei, Kantonsrat, Frauenfeld
Ein islamisches Messer sticht auf einen Islamkritiker, Blut fliesst, ein Polizist stirbt. Aber schlimm ist, wenn junge Leute auf Sylt feiern und «Ausländer raus» singen.
«Kalifat ist die Lösung»
In Hamburg versammelten sich im April über tausend Muslime, darunter auch bekannte Islamisten wie Adade «Raheem» Boateng. Sie forderten die Abschaffung der westlichen Kultur und riefen: «Kalifat ist die Lösung.» Ein paar Wochen darauf kommt es in Mannheim zu einem islamistischen Anschlag, bei dem auf unschuldige Menschen eingestochen wird. Ein Polizist erliegt seinen Verletzungen. Wenige Stunden später wird, ebenfalls in Mannheim, ein AfD-Politiker niedergestochen, als er einen Täter bei einer Sachbeschädigung erwischt.
«Deutschland den Deutschen»
Und dann gibt es noch die betrunkenen jungen Leute auf Sylt, die – frustriert von der gesamten Situation – «Deutschland den Deutschen – Ausländer raus» singen. Interessanterweise löst das eine enorme mediale Aufregung aus, Politische Führer verurteilen die nicht strafbare «Tat» öffentlich, die Medien machen Jagd auf die jungen Leute, die Jobs der «Wutbürger» werden gekündigt oder sie werden an ihrer Universität exmatrikuliert. Der Messermord in Mannheim durch einen «mustergültig integrierten» Muslim löst hingegen keine Mahnwachen aus, das einzige Problem scheint es zu sein, dass damit den «Rechten» recht gegeben werden müsste.
Ungleiche Reaktionen der Gesellschaft
Demonstrationen für ein Kalifat und islamistische Angriffe sind direkte Bedrohungen für den sozialen Frieden und die Sicherheit. Doch die mediale und gesellschaftliche Reaktion darauf bleibt überraschend gedämpft. Es fehlt an breiter öffentlicher Empörung oder ausgedehnten Diskussionen über die Ursachen solcher extremistischer Handlungen. Dieser Unterschied in der Reaktion wirft die Frage auf, warum bestimmte Ereignisse mehr Aufmerksamkeit und Empörung zu verdienen scheinen als andere.
Doppelmoral in der Asylpolitik
Diese Doppelmoral findet auch in der Schweizer Politik einen Platz auf Samt und Ebenholz. Beat Jans, Bundesrat, ist fest davon überzeugt, dass verstärkte Grenzkontrollen keine illegale Migration verhindern können. Doch im Hinblick auf die bevorstehenden Olympischen Spiele in Paris befürwortet er plötzlich strengere Grenzkontrollen, um gegen Terrorismus anzukämpfen. Ist das nicht dasselbe? Wenn Grenzkontrollen Terroristen abhalten können, warum sollten sie dann nicht auch illegale Migranten mit Messern stoppen? Widersprüchliche Haltungen wie diese bekräftigen den schalen Beigeschmack, der dieses Tabuthema in der Gesellschaft hinterlässt.
Rechts ist gut
Zum Glück erkennen immer mehr Menschen die von den Medien und den Politikern zelebrierte Doppelmoral. Und in ganz Europa wählen vor allem immer mehr junge Leute das was ihnen guttut: Rechts.
Hermann Lei