
18.7.21 Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer/Questioning, Intersex, Asexuell/Aromantisch…
von Hermann Lei, Kantonsrat, Frauenfeld
«LGBTQIA+»
Mit der «Ehe für alle» sollen gleichgeschlechtliche Ehepaare neu auch Kinder adoptieren können und für Frauen-Paare wird neu auch die Samenspende zugelassen. Justizministerin Karin Keller-Sutter erklärte, es gebe aus Sicht von Bundesrat und Parlament keinen Grund, gleich- und verschiedengeschlechtliche Lebenspartnerschaften unterschiedlich zu behandeln. Sekundiert wird die Exekutive wie immer vom staatlichen Zwangsfernsehen, welches allen Ernstes behauptete, die Verfassung gewährleiste Schwulen das Recht, Kinder zu adoptieren.
Nein zur Ehe für alle
Ein Komitee «Nein zur Ehe für alle!» bestehend aus Nationalrätinnen und -räten der SVP und der Mitte sowie EDU-Politikern hat das Referendum gegen die Vorlage ergriffen. Es hat vor allem das Kindswohl im Blick. Denn die Samenspende wird ansonsten vom medizinischen Ausnahmefall zum gesetzlichen Regelfall – ohne Rücksicht auf die Konsequenzen für die Kinder. Auch das Recht, seine beiden biologischen Eltern zu kennen und von ihnen betreut zu werden, bleibt den Kindern bis zum 18. Lebensjahr grundsätzlich verwehrt. Dabei ist die Verwurzelung in der Ursprungsfamilie für die kindliche Identitätsbildung zentral. Es scheint im Menschen angelegt zu sein, seine Erzeuger zu kennen, allein schon weil man seine Abstammung und Vorgeschichte kennen möchte. Bei der «normalen» Adoption sehen wir das deutlich: Nicht zu wissen, woher man eigentlich stammt, woher bestimmte Eigenschaften stammen und wo man dazugehört, kann grosse Krisen auslösen.
Kindswohlgefährdung mit Ansage
Eltern, welche Kinder adoptieren sind zwar in aller Regel überdurchschnittlich motivierte Eltern und setzen alles daran, den adoptierten Kindern grösstmögliche Geborgenheit zu bieten. Dennoch haben adoptierte Kinder überdurchschnittlich oft Probleme – nicht von den biologischen Eltern betreut zu werden, ist für ihre Identitätsbildung offenbar problematisch. Bei der Homo-Ehe haben nun die Kinder zu 100% mindestens einen «Elternteil», der offensichtlich nichts mit ihnen zu tun hat. Identitätsprobleme sind da vorprogrammiert. Kinder brauchen zudem Vorbilder von beiden Geschlechtern – die Samenspende für lesbische Paare verwehrt ihnen jedoch per Gesetz den Vater. Natürlich können homosexuelle Paare Kinder genauso lieben, aber sie können nicht die Mutter oder den Vater ersetzen, die für die Vorbildfunktion sehr wichtig sind. Diese Kinder, welche schon durch das Fehlen eines biologischen Elternteils benachteiligt werden, werden so noch viel grösseren Belastungen ausgesetzt. Das ist eine Kindswohlgefährdung mit Ansage.
Überhöhung des Schwulseins
Das Hauptargument, das man immer hört ist, es gebe ja viele Kinder, die nur mit einem Elternteil aufwachsen würden. Bei homosexuellen Eltern hätten die Kinder immerhin zwei Mütter oder zwei Väter, welche sich um sie kümmern würden. Natürlich ist dieses «Argument» keines, denn auch diese Paare können sich trennen. Dass dennoch damit für die «Ehe für alle» geworben wird zeigt, dass die Befürworter in ihrer Radikalität den Bezug zur Realität verloren haben und Homosexuelle grundsätzlich als edlere Menschen ansehen. Die «Ehe für alle» mit «eigenen» Kindern mag für homosexuelle Paare einen Prestigegewinn bedeuten – sie ist aber vor allem ein gefährliches Experiment.
Gerne hätte ich an dieser Stelle noch etwas sehr Kritisches gesagt, aber weil der «Diskriminierungsartikel» im Strafgesetzbuch so unscharf gefasst ist, dass man nicht weiss, was man noch sagen darf – verzichte ich darauf.
Sie müssen es mir halt auch so glauben: Ein Nein zur «Ehe für alle» ist wichtig.
Hermann Lei