18.7.20 Frauenrechte für rechte Frauen?

200718 SZ Melania

 

Melania Trump

Frauenrechte  für rechte Frauen?

von Hermann Lei, Kantonsrat, Frauenfeld

 

Frauen sollen im öffentlichen Leben nicht diskriminiert werden. Ausser sie sind rechts. Dann dürfen sie in den Systemmedien sogar «Prostituierte» genannt werden.

 

«Ich bin sicherlich einer der am meisten schikanierten Menschen der Welt», sagte die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump in einem Interview mit dem Sender ABC, «wenn Sie wirklich sehen, was Leute über mich sagen.» Und in der Tat, während die Begleitmedien vor allem linke Frauen gerne unter Denkmalschutz stellen kann Melania Trump als Gattin eines rechten Politikers nicht auf Schonung zählen. Im Gegenteil, sämtlicher Dreck der Erde ergiesst sich über sie. Beispiele gefällig?

 

«Vergrösserte» Brüste für alte Männer

Im Tagi vom 16.6.2020  darf eine mir bislang unbekannte «Schriftstellerin Katharina Tiwald» unter dem bösartigen Titel «Das erinnert manche an Prostitution» ihre Geschlechtsgenossin abwerten. Unter einem Bild, das suggerieren soll, dass Melania Trump ihre «vergrösserten» Brüste alten weissen Männern zeigt

Abbildung 1 Tagi vom 17.6.2020

 

Die Art, wie sie ihren Körper einsetze und als Kapital verstehe, sei typisch postsowjetisch. Sie gebe Schönheit und kriege dafür Luxus, lesen wir im Tagi über die «Trophäe». «Melania war ein Model Ende 20, das keine guten Angebote mehr bekam. Erst als sie mit Trump liiert war, machte ihre Karriere gewaltige Fortschritte», stellt der Tagi sie abwertend als Ostblock-Katalogfrau hin, welche für Gucci-Handtäschchen die Beine breit macht.

 

Fähigkeiten im Shoppen perfektionieren

Und nicht nur das: Sie sei eine Kollaborateurin, die ihre Schönheit in Trumps Dienst stelle. Obwohl selbst Migrantin, unterstütze sie die fragwürdige Migrationspolitik ihres Mannes. «Nein, unschuldig ist sie sicher nicht.», weiss der Tagi. Oder doch? Im Tagi ist man sich nicht so sicher: «Die reale Melania Trump wird aber wohl eher nicht ausbrechen. Dafür hat die Frau das Streben nach Luxus und Bequemlichkeit zu sehr verinnerlicht.» Nach dem Tod von Donald Trump werde Melania vielleicht «auch einfach ihre Fähigkeiten im Shoppen perfektionieren und sich die Tage damit ausfüllen.»

 

«Belangloser Mensch»

Auch im Nachbarland Österreich wird an der Frau kein gutes Haar gelassen. «Deutsch konnte sie damals kein Wort, Englisch auch nicht wirklich», lesen wir im «Kurier». «Sie hat einfach gerne gelogen», wird ein Model-Agent zitiert, «der auch weiß, dass Melanie aus sehr einfachen Verhältnissen kommt.». Es sei «selten ein so belangloser Mensch durch mein Leben gegangen.», meint der Model-Scout, der schnell gespürt habe, dass sie nicht das Zeug für eine grosse Modelkarriere habe.  «Heutzutage muss man ja nicht intelligent sein, um erfolgreich zu sein“, weiss das liberale Blatt.

 

«Angebliches Supermodel»

Auch die liberalen Blätter in der Schweiz pflegen dieselbe Sprache: Gemäss CH Media – einem Joint Venture von NZZ-Mediengruppe und AZ Medien – von Mitte Juni hat die «die gebürtige Slowenin», «fast keine persönliche Freunde und verlangt von ihrem Umfeld eiserne Loyalität.» Sie sei  ein «angebliches Supermodel, das einen Universitätsabschluss besitzt und fünf Sprachen spricht. Nichts davon stimmt.» Stattdessen sei es der «hübschen jungen Frau aus dem kommunistischen Jugoslawien» einfach gelungen, «sich im Westen neu zu erfinden».

 

Respekt und Mitgefühl

Melania Trump, das Dummchen vom Lande, die «Prostituierte» aus dem Ostblock, hat schon 2018 eine Kampagne lanciert, um Kindern beizubringen, dass  sie verbal oder online «ihre Worte überlegt wählen und mit Respekt und Mitgefühl sprechen müssen». Vielleicht färbt das ja auch auf die Eltern ab. Der Tagi jedenfalls hat seinen Artikel «Das erinnert manche an Prostitution» inzwischen umgetauft in «Melania ist kein Opfer».

Der Inhalt ist derselbe geblieben. Rechte Frauen haben eben nicht dieselben Rechte wie alle anderen.

 

Hermann Lei