13.8.24 Neutralität in einfacher Sprache

Für Politiker, die etwas dumm sind

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von Hermann Lei, Kantonsrat, Frauenfeld

 

Um die mangelnden Deutschkenntnisse der Durchschnittsbürger auszugleichen gibt es die «Tagesschau in einfacher Sprache». Bei uns gibt es «Neutralität in einfacher Sprache». Damit auch Politiker sie verstehen.

Neutralität einfach erklärt

In einfacher Sprache geht das so: Zwei grosse Kinder streiten auf dem Spielplatz. Das kleine Kind steht daneben. Das eine grosse Kind sagt: «Hilf mir, das andere Kind ist böse.» Das andere grosse Kind sagt: «Wenn Du nicht mir hilfst, dann hilfst Du dem anderen, das ist böse». Das kleine Kind kann sich nun entscheiden, ob es dem einen oder dem anderen Kind hilft. Doch egal welchem Kind es hilft. Es kommt vom anderen Kind am nächsten Tag dran. Deshalb ist es besser wenn es sagt: «Ich mische mich da nicht ein, hört auf zu streiten.» Das ist Neutralität. Neutralität ist wichtig. Für das kleine Kind wie auch für die kleine Schweiz.

Neutralität komplex erklärt

Und nun noch ein paar Worte für die Schweizerzeit-Leser, denen man nicht wie den Politikern die Neutralität in einfachster Sprache erklären muss: Unsere Neutralität bedeutet, dass wir uns aus den Angelegenheiten anderer Länder heraushalten. In den 80er Jahren wurde die Neutralität ernsthaft diskutiert, gepflegt und entsprechend gefestigt. Heute wird Neutralität wie ein politischer Joker gehandhabt – mal so, mal anders. Zwischen eifrigem Übernehmen von verhängten Sanktionen der EU und einem WEF in Davos scheint man sich seiner Aufgabe nicht mehr bewusst zu sein. Doch Neutralität ist keine Zauberei aus dem Hut, sondern eine Haltung, die die Schweiz zu wahren hat. Neutralität ist anspruchsvoll, ist hart.

Anbindung an die EU

Dies Härte, dieses Rückgrat haben unsere Politiker oft nicht mehr. Wir binden uns deshalb an die Europäische Union. Wir übernehmen deren Gesetze und Regeln, deren Sanktionsregime. Das ist wie ein schleichender EU-Beitritt. Stück für Stück verlieren wir unsere Unabhängigkeit. Wir schliessen Abkommen mit der EU. Diese Abkommen beeinflussen unser tägliches Leben. Zum Beispiel gelten in der Schweiz immer mehr EU-Gesetze. Das betrifft unsere Wirtschaft, unsere Politik und sogar unsere direkte Demokratie. Unsere Entscheidungen werden mehr und mehr in Brüssel getroffen, nicht in Bern.

Anbindung an die NATO

Gleichzeitig wurde unsere Armee kaputtgespart. Deshalb will man sich nun an die NATO anbinden, mit ihr üben, ihre Waffen übernehmen und in Kriegsgebiete senden. Auch wenn die Schweiz kein offizielles NATO-Mitglied ist springt sie doch gehorsam, wenn die grosse Schaukel der Sanktionen geschwungen wird. Dabei verlieren wir leicht aus den Augen, wie wir uns zunehmend in den Windungen fremder Grossmachtpolitik verheddern. Es scheint, als hätte man vergessen, was Neutralität wirklich bedeutet: eine starke, unabhängige Position zu wahren, ohne sich in fremde Konflikte hineinziehen zu lassen.

Was bedeutet das für die Schweiz?

Wenn wir so weitermachen, wird unsere Neutralität zur Lüge. Wir werden ein Land, das von der EU und der NATO abhängig ist. Unsere Politik wird von aussen bestimmt. Das ist ein grosser Verlust für die Schweiz. Unsere Souveränität, unsere direkte Demokratie und unsere Unabhängigkeit werden schwächer. Es ist höchste Zeit, dass wir handeln. Wir müssen unsere Neutralität und Unabhängigkeit schützen. Nur so können wir die Schweiz, die wir kennen und lieben, für die Zukunft bewahren

Darum kurz zurück zur leichten Sprache: Für die Kleinen ist es am besten, wenn sie bei den Streitereien der Grossen nicht mitmachen!

Hermann Lei

von Hermann Lei, Kantonsrat, Frauenfeld

 

 Um die mangelnden Deutschkenntnisse der Durchschnittsbürger auszugleichen gibt es die «Tagesschau in einfacher Sprache». Bei uns gibt es «Neutralität in einfacher Sprache». Damit auch Politiker sie verstehen.

 

Neutralität einfach erklärt

In einfacher Sprache geht das so: Zwei grosse Kinder streiten auf dem Spielplatz. Das kleine Kind steht daneben. Das eine grosse Kind sagt: «Hilf mir, das andere Kind ist böse.» Das andere grosse Kind sagt: «Wenn Du nicht mir hilfst, dann hilfst Du dem anderen, das ist böse». Das kleine Kind kann sich nun entscheiden, ob es dem einen oder dem anderen Kind hilft. Doch egal welchem Kind es hilft. Es kommt vom anderen Kind am nächsten Tag dran. Deshalb ist es besser wenn es sagt: «Ich mische mich da nicht ein, hört auf zu streiten.» Das ist Neutralität. Neutralität ist wichtig. Für das kleine Kind wie auch für die kleine Schweiz.

Neutralität komplex erklärt

Und nun noch ein paar Worte für die Schweizerzeit-Leser, denen man nicht wie den Politikern die Neutralität in einfachster Sprache erklären muss: Unsere Neutralität bedeutet, dass wir uns aus den Angelegenheiten anderer Länder heraushalten. In den 80er Jahren wurde die Neutralität ernsthaft diskutiert, gepflegt und entsprechend gefestigt. Heute wird Neutralität wie ein politischer Joker gehandhabt – mal so, mal anders. Zwischen eifrigem Übernehmen von verhängten Sanktionen der EU und einem WEF in Davos scheint man sich seiner Aufgabe nicht mehr bewusst zu sein. Doch Neutralität ist keine Zauberei aus dem Hut, sondern eine Haltung, die die Schweiz zu wahren hat. Neutralität ist anspruchsvoll, ist hart.

 Anbindung an die EU

Dies Härte, dieses Rückgrat haben unsere Politiker oft nicht mehr. Wir binden uns deshalb an die Europäische Union. Wir übernehmen deren Gesetze und Regeln, deren Sanktionsregime. Das ist wie ein schleichender EU-Beitritt. Stück für Stück verlieren wir unsere Unabhängigkeit. Wir schliessen Abkommen mit der EU. Diese Abkommen beeinflussen unser tägliches Leben. Zum Beispiel gelten in der Schweiz immer mehr EU-Gesetze. Das betrifft unsere Wirtschaft, unsere Politik und sogar unsere direkte Demokratie. Unsere Entscheidungen werden mehr und mehr in Brüssel getroffen, nicht in Bern.

 Anbindung an die NATO

Gleichzeitig wurde unsere Armee kaputtgespart. Deshalb will man sich nun an die NATO anbinden, mit ihr üben, ihre Waffen übernehmen und in Kriegsgebiete senden. Auch wenn die Schweiz kein offizielles NATO-Mitglied ist springt sie doch gehorsam, wenn die grosse Schaukel der Sanktionen geschwungen wird. Dabei verlieren wir leicht aus den Augen, wie wir uns zunehmend in den Windungen fremder Grossmachtpolitik verheddern. Es scheint, als hätte man vergessen, was Neutralität wirklich bedeutet: eine starke, unabhängige Position zu wahren, ohne sich in fremde Konflikte hineinziehen zu lassen.

 Was bedeutet das für die Schweiz?

Wenn wir so weitermachen, wird unsere Neutralität zur Lüge. Wir werden ein Land, das von der EU und der NATO abhängig ist. Unsere Politik wird von aussen bestimmt. Das ist ein grosser Verlust für die Schweiz. Unsere Souveränität, unsere direkte Demokratie und unsere Unabhängigkeit werden schwächer. Es ist höchste Zeit, dass wir handeln. Wir müssen unsere Neutralität und Unabhängigkeit schützen. Nur so können wir die Schweiz, die wir kennen und lieben, für die Zukunft bewahren

Darum kurz zurück zur leichten Sprache: Für die Kleinen ist es am besten, wenn sie bei den Streitereien der Grossen nicht mitmachen!

Hermann Lei