
13.5.21 „Altdorf sendet Freiheitsbotschaft in ganze Welt»
210505 SZ Lei Altdorf
von Hermann Lei, Kantonsrat, Frauenfeld
In der Tradition von Wilhelm Tell haben friedliche Demonstranten am 10. April in Altdorf UR eine Freiheitsbotschaft in die ganze Welt gesendet.
Am 10. April 2021 wollten sich Kritiker der Coronamassnahmen aus der ganzen Schweiz in Altdorf treffen. Die Sicherheitsdirektion des Kantons Uri hat die staatskritische Kundgebung aber verboten. In der Folge versammelten sich vor dem Telldenkmal und den Gassen weit über 1000 Menschen. Gemäss dem Staatssender SRF habe es sich um eine «kleinere, unbewilligte Kundgebung» gehandelt.
Wir waren dabei!
Ein erfolgreicher Ostschweizer Unternehmer und Schweizerzeit-Sympathisant (der aus Angst vor staatlichen Repressalien hier ungenannt bleiben will) war für die Schweizerzeit in Altdorf. Er berichtet für uns: «Mein gut gehendes Geschäft war fast ein Jahr lang behördlich geschlossen. Ich bin zwar versichert und erhalte auch Kurzarbeits- und Härtefallentschädigung vom Staat, das Ganze ist aber mühsam, aufwendig und vor allem ersetzt mir das nicht den entgangenen Umsatz. Es ist auch völlig sinnlos, dass mein Geschäft geschlossen bleiben musste. Deshalb bin ich dem mir bekannten Internetzaktivisten und Journalisten stricker.tv nach Altdorf gereist.»
Abbildung 1 vor dem Tell-Denkmal (Bild SZ-Sympathisant)
Aggressive Polizeikontrolle
«Kurz vor Altdorf wurden sämtliche Autos ohne Urner Nummernschild kontrolliert und befragt. Viele wurden zum Umkehren gezwungen was uns auch so mitgeteilt wurde. Wir kehrten darum um und parkierten beim Aldi wo und ein einheimischer Sympathisant, der auf dem Velo vorbeifuhr, einen Wanderweg durch den Wald zum Telldenkmal erklärte. Die Polizei ging wohl davon aus, dass der grösste Teil der Demonstranten am Bahnhof und den Grosskontrollen auf den Hauptstrassen weggeschickt würden können weshalb die ersten Pressemeldungen von 100 Leuten ausging – welche wohl bereits am Vorabend geschrieben wurde…. Als wir beim Telldenkmal ankamen, waren trotz der rigiden Polizeikontrollen mehr als 1000 Personen auf dem Platz und in den benachbarten Gassen. Die Polizei erschien in grosser Zahl in voller Kampfmontur wie im Kriegseinsatz. Etwa 30 Polizisten schirmten das Telldenkmal ab, obwohl wir vorher alle friedlich darum herumgestanden und den Reden gelauscht hatten. Ein Sprecher der Polizei erteilte dann über ein Mikrophon Anweisungen. Die Leute pfiffen und es gab Sprechchöre, man solle auf Mundart sprechen.»
Die Trychler kommen
«Die Anwesenden waren meist Schweizer, Junge, Familien und auch Ältere, mehrheitlich Leute mittleren Alters, keine Spinner. Die Menge war zu jedem Zeitpunkt aber absolut friedlich, sang den Schweizerpsalm, schwenkte die Schweizerfahnen und skandierte «Freiheit, Liberté». Plötzlich marschierten Trychler auf. Sie wurden von den Anwesenden mit grossem Applaus empfangen. Die Trychlen haben wie die Trommeln von Mordor getönt Einige Leute stiegen nun auch auf das Telldenkmal und schwenkten Bundesverfassungen. Die Trychler – meist grosse, bäumige Typen – sind durch das Tränengas durchmarschiert und haben drei Runden uns Tell Denkmal gedreht. Die von weither hergekarrten Polizisten wollten sich das nicht gefallen lassen und sprühten den Trychlern von hinten Pfefferspray ins Gesicht. Ich bekam auch etwas davon ab, zum Glück trug ich eine Sonnenbrille, aber das Zeug brannte noch tagelang.» Die Polizei versuchte mehrmals zwischen 14.00 und 15.30Uhr den Platz zu räumen, erfolglos.
Die Leute haben definitiv genug
«Nachdem ein Vertreter der Demonstranten mit der Polizei verhandelte hatte, zog die Polizei in geordneter Reihe ab und wir gingen wir zum Bauernhof, wo ursprünglich ein Fest geplant war. Die Stimmung war friedlich und entspannt. Die Pressemeldungen danach waren alle erlogen: 100 Polizisten gegen angeblich 500 Demonstranten haben den Kürzeren gezogen? Mindestens 1000 und das mehrfache der Leute mussten schon am Bahnhof weiterfahren oder auf der Strasse bei der Grosskontrolle (alle wurden angehalten und befragt) umdrehen.»
«Die Leute haben definitiv genug von Willkür und Polizeistaat.»
Hermann Lei