
11.3.2026 Epstein, das rechte Schwein?
Jeffrey Epsteins Umfeld
von Hermann Lei, Kantonsrat, Frauenfeld
Gemäss Medien und den Linken – was dasselbe ist – war Jeffrey Epstein ein rechtes, neoliberales Schwein und ein Trump-Vertrauter. Das passt als Schlagzeile. Es passt nur nicht zu den Fakten.
Das Wort Schwein ist bei Jeffrey Epstein leider gerechtfertigt. Er war aber mehr als das: ein global vernetzter Strippenzieher. Sein Produkt hiess Zugang: zu Geld, zu Namen und zur Politik. Und zu Leuten, die sich gerne kaufen lassen.
Trump rief die Polizei
Ein «Trump-Vertrauter» war er nie. Die beiden kannten sich zwar aus dem Society-Milieu. Doch Epstein beschrieb Trump als gefährlich. Trump wiederum warf Epstein schon 2003 aus Mar-a-Lago und kontaktierte 2006 sogar die Polizei; Epstein sei «ekelhaft», man müsse ihn aufhalten.
Ostküsten-Establishment
Wenn man Epstein schon politisch einordnen will muss man dahin schauen, wo er sich bewegte: im demokratisch geprägten Ostküsten-Establishment aus Stiftungen, Intellektuellen, Grossspendern, Topanwälten und der Finanz. Bill Clinton ist seit Jahren Teil der Akten- und Fluglog-Debatte. Bei Bill Gates ist belegt, dass es auch nach Epsteins Verurteilung noch Treffen gab.
Lehrer ohne Abschluss
Interessant ist Epsteins Biografie: selber jüdischer Abstammung erhielt er – ohne Abschluss – einen Lehrerjob in der Upper East Side. In dieser Schule knüpfte Epstein Kontakte, die ihn später zu Bear Stearns brachten, eine der Wall-Street-Banken mit jüdischen Wurzeln.
Der rätselhafte Reichtum
Nächste Station war Les Wexner, der reiche jüdische Philanthrop. Epsteins undurchsichtiger Reichtum geht wesentlich auf ihn zurück. Unfreiwillig, sagt Wexner heute. Die Liste der prominenten, einflussreichen internationalen Kontakte Epsteins, die jüdische Namen tragen, ist lang. Sehr zum Schaden der Gemeinschaft, die sich nun einmal mehr mit obskuren antisemitischen Vorurteilen konfrontiert sieht.
Röter als eine Tomate
Damit kommen wir zur politischen Einordnung zurück: Epsteins Umfeld war das demokratisch geprägte Ostküsten-Establishment mit Kontakten zur dortigen jüdischen Gemeinschaft, die traditionell noch linker wählt als die restliche Ostküste. Und New York, Epsteins Epizentrum, ist röter als eine Tomate. Wer dort in den inneren Zirkeln etwas werden will, ist in der Regel Demokrat oder passt sich diesem Milieu an.
War Epstein links?
Epstein schwamm im roten Fahrwasser, weil dort Macht, Geld und kulturelle Deutungshoheit sitzen. War Epstein also links? Wahrscheinlich nicht. Er war ein Opportunist. Er dockte dort an, wo Einfluss zu holen war – und das war in seinem Fall das linke Ostküsten-Establishment.
Rechts oder neoliberal war er allerdings noch weniger, egal wie oft uns das einseitige Mediennarrativ das einreden will.
Hermann Lei